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Rezensionen

“The Guinevere Deception” von Kiersten White

Princess Guinevere has come to Camelot to wed a stranger: the charismatic King Arthur. With magic clawing at the kingdom’s borders, the great wizard Merlin conjured a solution–send in Guinevere to be Arthur’s wife . . . and his protector from those who want to see the young king’s idyllic city fail. The catch? Guinevere’s real name–and her true identity–is a secret. She is a changeling, a girl who has given up everything to protect Camelot.

To keep Arthur safe, Guinevere must navigate a court in which the old–including Arthur’s own family–demand things continue as they have been, and the new–those drawn by the dream of Camelot–fight for a better way to live. And always, in the green hearts of forests and the black depths of lakes, magic lies in wait to reclaim the land.


Inhaltswarnung
Gewalt/Tod/Mord, Tod von Tieren, Tod im Kindsbett (erwähnt), sexualisierte Gewalt (erwähnt)

Meine Gedanken

Eigentlich wollte ich Kiersten White nicht mehr lesen, nachdem sie mich mit “And I Darken” sehr enttäuscht hat. Allerdings liebe ich nichts mehr als kreative Neuerzählungen der Artussage und “The Guinevere Deception”, der erste Band von Whites “Camelot Rising”-Trilogie, klang genau danach: Prinzessin Guinevere ist tot und an ihrer Stelle reitet eine Schwindlerin nach Camelot, um den jungen König Arthur zu heiraten. Die namenlose Heldin ist die Schülerin des verbannten Zauberers Merlin und es ist ihre Aufgabe Arthur und Camelot vor einer dunklen Bedrohung zu beschützen, die in den Wäldern und Seen um Camelot lauert.

“The Guinevere Deception” spielt in einer Welt, die irgendwo zwischen der späten Antike in Großbritannien und epischer High Fantasy hängt und das hat für mich sehr gut funktioniert, denn ähnlich funktionieren die höfischen Artusromane aus dem Hochmittelalter schließlich auch: In diesem fiktiven Britannien, das sich nach Abzug der Römer neu ordnen muss, hat der erst 18-jährige Arthur nicht nur seinen Vater, den tyrannischen König Uther Pendragon, getötet um selbst König zu werden, sondern auch die Dunkle Königin, deren Magie Camelot bedroht hat.

Jetzt ist Magie in Camelot verboten, Hofzauberer Merlin wurde in die Wälder verbannt und auf das Wirken von Magie steht der Tod. Erinnert das alles an bisschen an die BBC-Serie “Merlin”? Ja, absolut. Auch der Ton des Romans, irgendwo zwischen düsteren Bildern und charmantem Witz, geht in dieselbe Richtung wie die Serie. Einen Drachen im Keller gibt es jedoch nicht und auch darüber hinaus bringt “The Guinevere Deception” sehr viel eigenes mit, das Fans der Artussage (und tatsächlich der Serie “Merlin”) gefallen dürfte, allen voran die falsche Guinevere als Heldin.

Camelot mal anders

Die große Stärke dieses Romans ist tatsächlich, wie viel bekannt wirkt – aus dem Kanon der Artusromane und aus späteren Bearbeitungen des Stoffes – aber gleichzeitig bringt er so viele neue Twists und auch Subversionen mit, dass er niemals wie eine bloße Kopie der Artussage wirkt. Auch die Atmosphäre ist perfekt getroffen. Düster, magisch und episch erzählt White von dieser Version von Camelot, seinem König, seinen Rittern, aber vor allem auch von seinen Frauen und ihrer Stellung in Camelot, sowie Guineveres neu geknüpften Freundschaften zu ihrer Zofe Brangien und Sir Percivals Schwester Dindrane.

Wenn mir etwas nicht so gut gefallen hat, dann war es das unnötige Hin und Her Guineveres zwischen Arthur und seinem Neffen Mordred. Bei beiden Männern war mir leider nie ganz klar, weshalb Guinevere sich zu ihnen hingezogen fühlt. Auch habe ich besonders zum Ende hin nicht jede ihrer Entscheidungen verstanden, bin aber gespannt, in welche Richtung die Autorin damit im zweiten Teil, “The Camelot Betrayal”, gehen wird. “The Guinevere Deception” ist auch in sich ein spannender Fantasyroman, dient aber schon größtenteils als Basis für das, was noch kommen wird und baut sich besonders in der ersten Hälfte eher langsam auf.

Trotz diesen Kleinigkeiten war der Roman für mich ein Fantasy-Highlight von 2020: Wer eine klassische und trotzdem originelle Neuerzählung der Artussage sucht, die zudem einen inklusiven Cast mitbringt, ist hier richtig. Statt viel Action gibt es hier komplexe Figuren, interessanten Weltenbau und ein originelles Magiesystem und das muss man mögen, aber wer Fantasy mag, die sich langsam aufbaut und einen die Welt erkunden lässt, bevor sie einen mit unerwarteten Wendungen und Überraschungen von den Socken haut, der sollte sich “The Guinevere Deception” unbedingt genauer ansehen.


Repräsentation: Drei wlw-Figuren (im Fall der Protagonistin in Band 1 nur angedeutet, aber von der Autorin bestätigt), eine Schwarze Figur (Sir Tristan), eine Figur mit körperlicher Beeinträchtigung (Sir Bors), so weit ich es beurteilen kann gut gemachte Casual Diversity


The Guinevere Deception | Camelot Rising #1 | 9780525581703 | 352 Seiten | Englisch

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